Deutsche TV-Plattform

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Neue Trends DVB-T

E-Mail Druckbutton anzeigen?

 Seite 1 | Seite 2
DOKUMENTE
Gütesiegel für Endgeräte
Minimalanforderungen
Antrag für das DVB-T Gütesiegel
Gütesiegel für Antennen
Minimalanforderungen
Antrag für das DVB-T Gütesiegel
Technische Spezifikation
A1 e-Book (ISO/IEC)
A2 SI-Data use (WG017)
A3 DVB-T Empfängereigenschaften
 
Neue Trends beim digitalen Antennenfernsehen
Nach der frühzeitigen und vollständigen Analog-digital-Umstellung bis Ende 2008 in Deutschland gibt es beim Antennenfernsehen neue Entwicklungen. Zum einen können terrestrische Frequenzen als öffentliche Ressourcen nun effektiver für die Verbreitung von Signalen genutzt werden, so dass neben Fernsehen Platz für andere Angebote zur Verfügung steht: In Berlin/Potsdam und Leipzig werden Radioprogramme über DVB-T ausgestrahlt. Zum anderen gibt es inzwischen für Digital-TV höhere Kompressionsraten als bei dem in Deutschland genutzten DVB-T-Standard und 2009 ist der Nachfolger DVB-T2 standardisiert worden. Großbritannien, Finnland und Schweden haben mit der Einführung von DVB-T2 begonnen und auch in Deutschland gibt es erste Testprojekte, u.a. in Norddeutschland, in Berlin und München. Dazu kommen noch Optimierungsbedarf etwa beim Mobilempfang des digitalen Antennenfernsehens und die Tatsache, dass nicht in allen DVB-T-Regionen in Deutschland die gleiche Vielfalt an Programmen empfangbar ist.
 
Hybrid-TV und Zukunft der Terrestrik
Nicht zuletzt hält eine neue Verknüpfung von Internet und TV bei terrestrischem Digitalfernsehen Einzug: Das ZDF bietet seit Oktober 2010 als erster bundesweiter Sender in seinem DVB-T-Programm auch hybride Anwendungen im HbbTV-Standard wie modernen Videotext an (s. AG Hybride Endgeräte). Bei HbbTV via DVB-T ist auch der Bayerische Rundfunk aktiv - unterstützt vom Institut für Rundfunktechnik (IRT). Alle diese Trends beim Antennenfernsehen berücksichtigt die AG Terrestrik der Deutschen TV-Plattform in ihrer Arbeit und hat zur IFA 2010 ein Dokument zur Zukunft der Terrestrik vorgelegt. 
 
Handover für mobilen Empfang
Mit der inzwischen auf hunderttausende gestiegenen Zahl an DVB-T-Empfängern in Fahrzeugen wächst die Nachfrage nach komfortablerer Mobil-Nutzung des Überall-Fernsehen - in Deutschland wie auch europaweit. Durchquert man bei Reisen mehrere verschiedene DVB-T-Sendegebiete mit unterschiedlicher Frequenzbelegung, müsste jedes Mal beim Wechsel ein neuer Sendesuchlauf gestartet oder per Hand umgeschaltet werden. Um das so genannte automatische „Handover“ zu ermöglichen, arbeiten Programmveranstalter, Geräteindustrie und Sendenetzbetreiber an kundenfreundlichen Lösungen – u.a. in der Arbeitsgruppe Terrestrik der Deutschen TV-Plattform. Europaweit gilt dies als Vorreiter-Projekt, an dem auch die Automobilindustrie großes Interesse hat. Bei einem Workshop der Deutschen TV-Plattform in Kooperation mit dem Institut für Rundfunktechnik (IRT) in München wurden im Mai 2011 erste Ergebnisse vorgestellt.

Höhere Kompression und Bezahlinhalte
Die via Kabel und Satellit bundesweit verbreiteten Privat-TV-Sender sind nicht in allen DVB-T-Gebieten präsent. Um dies zu ändern und zugleich neue Geschäftsmodelle zu erproben, hat die RTL-Gruppe zusammen mit dem Satellitenbetreiber Eutelsat das Angebot VISEO+ geschaffen. Dabei werden vier Free-TV-Sender und zwei Pay-TV-Programme als Paket in einem Multiplex übertragen. Start war Mitte November 2009 in Stuttgart, ab Mitte Dezember 2009 gibt es das neue Angebot auch im Ballungsraum Leipzig/Halle. Für den Empfang sind neue Geräte mit Kompressionsstandard MPEG 4 und Conax-Entschlüsselung nötig. Nach 12 Monaten freiem Empfang fällt dann für die zwei Bezahlsender bei VISEO+ eine monatliche Pauschale an - erstmals gibt es damit auch terrestrisches Pay-TV in Deutschland.
 
Mobilfunk und Digitale Dividende
Die effektivere Nutzung terrestrischer Frequenzen durch die Digitalisierung des Antennenfernsehens macht zunächst Übertragungskapazitäten frei. Diese UHF-Frequenzen zwischen 790 und 862 MHz (Kanäle 61 – 69) werden als „Digitale Dividende“ bezeichnet und wurden 2010 durch die Bundesnetzagentur versteigert, um die Versorgung mit breitbandigem Internet deutschlandweit zu verbessern. Für über vier Milliarden Euro erhielten drei Mobilfunkbetreiber den Zuschlag für diese Rundfunkfrequenzen, um dort über den neuen, leistfähigen Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) breitbandiges Internet für unterversorgte Gebiete anzubieten. Ungeklärt bei der komplementären Nutzung von digitalen Rund- und Mobilfunkstandards in benachbarten oder gar einem Frequenzbereich ist die Frage der Verträglichkeit. Tests deuten darauf hin, dass es bei den im Markt befindlichen DVB-T-Empfängern und Kabelgeräten sowie in den Kabelnetzen selbst zu Störungen kommen kann. Um für die in Millionen Haushalten im Einsatz befindliche Technik Lösungen zu entwickeln, bedarf es nach Meinung der Experten der Deutschen TV-Plattform weiterer Untersuchungen. Inzwischen hat die RTL-Gruppe die Verbreitung ihrer Programme unter Hinweis auf ungeklärte Fragen und einen anstehenden Frequenzwechsel in Nürnberg zum 31. Oktober 2010 eingestellt, wie es in einer Pressemitteilung hieß. Für DVB-T-Empfangsstörungen gibt es auch eine Telefonhotline der Bundesnetzagentur (BNetzA), die rund um die Uhr erreichbar ist: 0180 3 23 23 23 (Festnetzpreis 9 ct/min; Mobilfunkpreise maximal 42 ct/min). 
 

Mitgliederzugang



TV Zukunft

TV Zukunft 01/12
 Aktuelle Ausgabe 02/12

20. Symposium - 27.10.2011

Video-Audio-News


Anträge Gütesiegel

DVB-T Gütesiegel

Digitalisierung


Presseevent 29.11.2011


Copyright © 2012 Deutsche TV-Plattform. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.